Schweres Zugunglück auf Rheintalstrecke fordert einen Toten und mehrere Verletzte – Strecke zwischen Freiburg und Basel länger gesperrt

- Foto: SWR

An einer Brückenbaustelle der Rheintalbahn in der Nähe von Auggen bei Müllheim hat sich am Donnerstagabend, 02.04.2020 ein Betonteil gelöst und ist auf die Gleise gefallen. Es kam zu einem schweren Unfall.

Ein Zug der sogenannten "Rollenden Landstraße", eines Lkw-Transits, raste gestern Abend um ca. 19.30 in das Betonteil. Die Fahrer der Lastwagen saßen in einem eigenen Waggon. Aktuell geht die Polizei laut einer Sprecherin von einem Toten und drei Verletzten aus. Bei dem Toten handele es sich um den 51-jährigen Lokführer des Zuges. "Ein Teil der Brücke ist heruntergefallen, so dass der Zug nicht mehr abbremsen konnte und mit dem Teil kollidierte", sagte die Polizeisprecherin.

Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn es sich um einen vollbesetzten ICE gehandelt hätte.

Strecke voraussichtlich bis Montag gesperrt

Wegen der Corona-Krise fuhren zuletzt deutlich weniger Züge zwischen Freiburg und Basel. Die Direktverbindungen nach Mailand beispielsweise sind vollständig weggefallen. Durch den gestrigen Unfall wird der Bahnverkehr auf der Strecke zwischen Freiburg und Basel nun weiter erheblich beeinträchtigt. Betroffene informieren sich am besten über die elektronischen Auskunftssysteme der Bahn www.Bahn.de , die Bahn-App oder telefonisch 0180-6996633 (kostenpflichtig).

Die Strecke zwischen Freiburg und Basel bleibt weiterhin gesperrt. Die Sperrung werde voraussichtlich bis Montagvormittag andauern, teilte die Deutsche Bahn in der Nacht mit. Fernverkehrszüge aus und in Richtung Norden enden beziehungsweise beginnen in Freiburg. Ein Bus-Ersatzverkehr werde organisiert.

Brücke wird dort ersetzt

60 Einsatzkräfte der Landespolizei waren vor Ort, außerdem zwei Rettungshubschrauber sowie viele Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz. In diesem Bereich der Rheintalbahn wird die Strecke zurzeit auf vier Spuren erweitert und es wird dort eine Brücke ersetzt. Das Betonteil stammt offensichtlich von der alten Brücke. Die Lok wurde durch die Wucht des Aufpralls im Frontbereich komplett aufgerissen. Die Betonlatte bohrte sich förmlich in die Zugmaschine.

Lkws wurden ineinander geschoben

Der Schweizer Güterzug war als Teil der sogenannten "Rollenden Landstraße" mit mehreren Lkw beladen. Auch sie wurden zum Teil ineinander geschoben. Die zehn Lkw-Fahrer waren zum Zeitpunkt des Unglücks in einem separaten Waggon. Drei von ihnen wurden bei dem Unfall verletzt. Laut Polizei wurden sie in ein Krankenhaus gebracht; einer wurde am Arm operiert.

Bahnsprecher äußert Betroffenheit

Der Konzern-Bevollmächtigte der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, Thorsten Krenz, äußerte sich tief betroffen: "Unsere Gedanken sind jetzt bei dem verunglückten Lokführer und seinen Angehörigen. Den Verletzten wünschen wir schnelle Genesung." Selbstverständlich, so Krenz, unterstütze die Deutsche Bahn die Behörden bei der Ermittlung der Unfallursache.

LKA und Polizei untersuchen Unfallort

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA) will den Unfallort am Freitag näher untersuchen. Die Ermittlungen würden voraussichtlich den gesamten Tag in Anspruch nehmen, sagte ein Sprecher der Polizei Freiburg am frühen Freitagmorgen. Die teilweise entgleiste Lok sei inzwischen wieder stabilisiert worden.

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